Magersucht und Bulimie

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Magersucht:

Magersucht ist eine Störung des Essverhaltens, die durch seelische Probleme ausgelöst wird. 95 % aller Betroffenen sind Frauen. Oft beginnt die Magersucht in der Pubertät. Ein erstmaliges Auftreten der Erkrankung nach dem 25. Lebensjahr ist selten. Allerdings nimmt die Zahl der Frauen, die ab dem 30. Lebensjahr magersüchtig werden, zu. Die Sterblichkeit ist mit 8 bis 12 % sehr hoch.

Essstörungen, wie die Anorexia nervosa sind sehr stark von den gesellschaftlichen Bedingungen geprägt. Als recht häufige Erkrankungen kommen sie v.a. in den westliche Insdustrieländern vor. Auch die Erhebung der magersüchtigen Figur zum Schlankheits- bzw. Schönheitsideal für Frauen ist in
Industrienationen vorherrschend. Das Krankheitsrisiko ist bei den Mädchen am größten, deren Familien stark erfolgsorientiert sind. Magersüchtige verleugnen ihren Hunger und sehen den Krankheitsstatus nicht (ein). Sie nehmen ihren Körper nicht in einer realistischen Weise wahr. Oft fühlen sie sich immer noch zu dick, obwohl ihr Körper tatsächlich völlig ausgezehrt ist. Diese Körperbildstörung ist ein Teil der Krankheit.

Die Anorexie kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, v.a. kommt es zu Stoffwechselstörungen und Störungen im Elektrolythaushalt. Durch die mangelnde Versorgung mit Nährstoffen kommt es zu Haut- und Haarerkrankungen. Bei magersüchtigen Mädchen bleibt häufig die Regelblutung aus. Viele leiden unter chronischer Verstopfung. Wenn die Magersucht mit künstlich herbeigeführtem Erbrechen verbunden ist, kommt es oft zu Zahnschäden (Karies) und zu einer chronischen Entzündung der Ohrspeicheldrüsen (Parotitis). Bei der Hälfte der Betroffenen kommt es zu schweren Depressionen und sozialer Isolation. In dieses Fall ist die Suizidgefahr besonders hoch.

Bulimie:

85 % der Betroffenen sind Frauen. Die Zahl der Neuerkrankungen nimmt ständig zu und ist mit 3 % bei den 15 bis 35´jährigen höher, als die Neuerkrankungen bei der Magersucht. Häufig tritt die Bulimie als Folge bzw. nach einer Anorexia nervosa auf. Dabei kann es möglicherweise zu Übergangsstadien kommen. Ess-Brech-Süchtige leiden unter Essanfällen, manchmal von den Patientinnen selber als "Fressanfälle" bezeichnet. Meistens werden zwischen 3.000 und 10.000 kcal pro Tag aufgenommen.

In Extremfällen kann ein Betroffener bis zu 30.000 kcal in sich hineinstopfen. Nach dem Essen wird dann sofort Erbrechen herbeigeführt. Meistens schämen sich die Betroffenen. Die Gier nach Essen und das auf den Essanfall folgende Brechen werden fast immer verheimlicht. Dennoch erkennen die Betroffenen sehr deutlich, dass sie krank sind. Der Leidensdruck ist meist erheblich. Außenstehende merken meistens nichts von der Bulimie, weil Ess-Brech-Süchtige häufig gar kein oder nur wenig Übergewicht haben und sie es oft verstehen das Erbrechen so unauffällig zu gestalten, dass es bspw. vom Partner gar nicht wahrgenommen wird.

Wenn Bulimie lange unbehandelt bleibt, kann es zu schweren körperlichen und psychischen Folgeerkrankungen kommen:

Zu den psychischen Folgen gehören Depressionen, Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl sowie akute Selbstmordgedanken.
Körperliche Folgen können u. a. sein:

  • Entzündungen der Speicheldrüsen
  • Zahnschädigungen (Karies)
  • Risse in der Speiseröhre und in der Magenwand
  • Haarausfall, brüchige Nägel, trockene Haut
  • niedriger Blutdruck
  • Ödeme
  • Menstruationsstörungen
  • Störungen des Stoffwechsels
  • Herz-Rhythmus-Störungen

 

Oft ist die Bulimie mit erheblichen Geldausgaben für Nahrungsmittel verbunden, die zu sozialen Problemen (Verschuldung etc.) führen kann.

 

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